9. Dezember 2009
Schütt baut erstes CyberKnife-Zentrum im Norden
Die Friedrich Schütt + Sohn Baugesellschaft mbH & Co. KG hat in Güstrow mit dem Rohbau des ersten CyberKnife-Zentrums in Norddeutschland begonnen. Hinter dem Begriff CyberKnife verbirgt sich ein robotergestützter Linearbeschleuniger, der in der Strahlentherapie eingesetzt wird. Zum Klinikneubau des CyberKnife-Zentrums gehört auch ein so genannter Strahlenschutzraum, aus dem durch die Therapie entstehende Strahlen nicht entweichen können. Im Vergleich zu anderen Bauprojekten im Medizinbereich stellt dieser Strahlenschutzraum eine große Herausforderung dar.
Das Besondere an diesem Projekt ist die Bauteildicke und damit die Masse des Betons. Der Aufbau der Strahlenschutzwand und -decke ist abhängig von der Art der Strahlung, der Wandstärke und der Rohdichte des Betons. „Die Herausforderung für unsere Mitarbeiter ist hier die Planung und Ausführung der Betonage,“ erklärt Jan-Friedrich Schütt, Geschäftsführer der Friedrich Schütt + Sohn Baugesellschaft mbH & Co. KG. Der Strahlenschutzraum hat eine Fläche von ca. 70 m². Die Stahlbetonwände haben eine Stärke von 1,50 Meter und die Decke hat eine Stärke von bis zu 1,40 Meter. Hergestellt werden die Stahlbetonbauteile in monolithischer Bauweise. Um die qualitativen Anforderungen des Bauherrn zu erfüllen, wurde ein Qualitätssicherungsplan erarbeitet, der die Betonzusammensetzung, die Taktung und damit die Betoniergeschwindigkeit sowie die Art und den Umfang der Qualitätskontrollen festgelegt.
Die Strahlentherapie mit dem CyberKnife ist für Tumorerkrankungen geeignet, die bildlich abgrenzbar sind und sich kontrastreich von seiner Umgebung unterscheiden. Anstelle eines vom Chirurgen geführten Skalpells arbeitet ein vom Roboter gesteuerter hochpräziser Röntgenstrahl, um die Krebsgeschwulst im Menschen zu zerstören. Mit Abweichungen von weniger als einem Millimeter wird der Strahl so ausgerichtet, dass er den Krebstumor vollständig zerstört, nicht jedoch das gesunde Gewebe in der Nachbarschaft. Das Güstrower CyberKnife-Zentrum ist nach München erst das zweite seiner Art in Deutschland. „Mit diesem speziellen Auftrag können wir einmal mehr unsere Kompetenz als Bauunternehmen mit langjähriger Erfahrung unter Beweis stellen,“ erklärt Schütt. Bereits im kommenden Jahr wird die Friedrich Schütt + Sohn Baugesellschaft mbH & Co. KG einen weiteren Strahlenschutzraum für die Medizin in Lübeck errichten. Dieser wird die gleichen Bauteildicken haben, jedoch wird die Festbetonrohdichte etwa doppelt so hoch sein.
